10. Juli 2007 von Magic
Abends, bevor ich mich in mein rollendes Zuhause begeben habe, habe ich mir noch mal richtig den Rücken durchkneten lassen. Die Masseurin hat mir dann mal gezeigt wie man richtig entspannt. Sie hat die Hände solange aneinander gerieben, bis sie glühend heiß waren und mir sie dann auf den Rücken gelegt – war echt supi. Als ich an mein Auto retour kam war da ein Schild „Abschleppzone“. O.k. ich bin umgezogen in den Wechselbereich. Gerade als ich gegen 22.00 Uhr schön am einschlummern war, fingen die an Metallstangen mit der Flex zurecht zu schneiden – gut ich dachte, irgendwann hören die auch wieder auf.
Um 23.30 Uhr habe ich wieder den Parkplatz gewechselt. Hier konnte ich nun bis 3:30 Uhr schlafen. Als ich aufgewacht bin, bin sofort wieder in den Wechselzonenbereich gefahren und habe dort gefrühstückt. Bis kurz vor 5.00 Uhr habe ich mich noch mal etwas hingelegt und danach meine Getränke usw. hingerichtet, Rad aufgepumpt, mich zwei Mal erleichtert, Wettkampfklamotten angezogen, Neo übergestreift, mich warm gemacht, an den Start begeben, um 6.57 Uhr an die Ziellinie vor geschwommen und etwas zu früh – wie der Rest vom Feld auch – Gas gegeben. Der Wörther See ist optimal zum Schwimmen (Trinkwasserqualität) und da wundert’s einen nicht, dass ich schneller war wie in Frankfurt. Nach 1:04,29 hatte ich mich die letzten 700m durch den engen Kanal zum Wechselbereich geprügelt.
Dort habe ich mir meine Kompressionsstrümpfe übergestreift und weiter ging’s. Auf dem Rad bin ich an den anderen vorbei geflogen – ich merkte nichts, dass ich in der Woche zuvor den Ironman in Frankfurt gemacht hatte. Das lachen sollte mir jedoch schon kurz vor Ende der ersten Runde vergehen. Der Rupertiberg hatte es in sich, da musste ich das erste Mal andere ziehen lassen. Trotzdem hatte ich die erste 90 km nach 2:33,54 Stunden, 35,07 Schnitt, hinter mich gebracht. Die zweite Runde musste ich mich richtig plagen und ich merkte, immer wieder, ein stechen in meinen Knien – Frankfurt war nicht mehr zu leugnen. Immer mehr überholten mich in den bergauf Abschnitten und so benötigte ich für die zweite Runde 2:49,25 Stunden, 31,86 km/h. Nach 5:25,14 Stunden, 33,21 Schnitt, hatte ich die 180 km hinter mir und konnte mit dem Laufen beginnen.
Laufen???????????
Na Ja, schon nach den ersten Metern spürte ich meine Knie – bin erstmal gelaufen, nach 2 km weiter gewandert und hab mir überlegt – soll ich aufhören?
Das macht doch eigentlich keinen Sinn mehr. Aber ich kann einfach nicht aufhören – nein, das kann ich mit mir nicht vereinbaren. O.k. Laufen, Nein – wieder gehen, laufen, Berg ab tut’s richtig weh – gehen, aha da kommt Holger Polenz – der sieht auch Scheiße aus – Motivation, den hol ich mir, laufen, ne es geht einfach nicht, O.k km 10 das ist doch schon was, auf zum zweiten Wendepunkt, Scheiße ist das heiß, laufen, oh Gott jetzt geht’s nur noch hoch und runter, O.K. gehen, da ist der Wendepunkt bei km 16 und weiter, nur 5 km und es geht wieder durch den Zielbereich – auch wieder geschafft, jetzt noch Mal nach Krumpendorf an den Wendepunkt,
jetzt habe ich keinen Bock mehr, komm mehr wie die Hälfte hast du schon, O.k laufen, meine Knie werden besser, wieder durch den Zielbereich – oh da geht Hopo, ich meine „in 2 ne 1 1/2 Stunden bin ich auch da“ und weiter laufen, hey die 12 Stunde könnte ich knacken, laufen, Steffen laufen, der Wendepunkt in der Innenstadt, noch 6 km, noch 45 min bis 12 Stunden, Scheiße das wird knapp, renn, jetzt quäl dich du Sau, komm - Wolpi hat gesagt unter 12 Stunden wär super, renn, oh Mann tut das weh, scheißegal renn, Zielkanal, O.K Zeit, welche Zeit 11:53,12 Stunden – war das ein Schinderei. Aber jetzt bin ich zufrieden, hab’s gepackt, denn das soll mir erst einer nachmachen.